Kurzgeschichten aus meiner Feder. Auszüge aus meinen Büchern, Leseproben und vieles mehr. Spannung, Horror, Thriller und Gänsehaut. "Der Lauf der Dinge" (2015) ist mein erstes veröffentlichtes Buch. Der E-Book-Thriller im Drehbuch-Stil war ein Grund zum Start dieses Blogs. Auszüge aus dem Buch und anderes mehr gibt es bereits zu lesen. Weiteres wird folgen ...
Sonntag, 11. Oktober 2015
Der Lauf der Dinge
"Der Lauf der Dinge" ist ab heute auch als einfache Printversion erhältlich. Der Richtpreis für die gedruckte Ausgabe liegt bei 16 Euro (der Preis kann aufgrund unterschiedlicher Versandkosten geringfügig variieren).
Bestellungen an peterfelber@msn.com unter dem Betreff "Lauf Print".
Damit man sich unter der Print-Variante auch etwas vorstellen kann, hier einige Fotos dazu.
E-Book-Thrill
In den kommenden Wochen wird es, an dieser Stelle, einige Leseproben des neuen E-Book-Thrillers "Der Lauf der Dinge" geben.
Das fertige E-Book als PDF-File ist ab sofort unter der Mail-Adresse peterfelber@msn.com unter dem Betreff "Lauf" bestellbar (Preis für das E-Book 11 Euro).
Alternativ kann das E-Book auch im Onlineshop bestellt werden: BookShop
Nähere Infos gibt es auch auf der Homepage von StP-Planet!
STP-Planet.com-Webseite
Alle Rechte dieses Blogs liegen beim Autor (Copyright: Peter Felbermayr)
Der Lauf der Dinge II
Der 2. Teil
DOWNTOWN-HOTEL / ZIMMER 413 / BAD
- INNEN / MORGEN
Wir sehen, dass jemand duscht. Die
Kamera zeigt uns den nicht vollständig zugezogenen Duschvorhang.
Kurz taucht ein Ellenbogen auf. Der eines Mannes. Wir hören das
Plätschern von Wasser. Dampf kommt aus der Kabine. Das Wasser muss
sehr heiß aufgedreht worden sein.
Wir verharren einige Sekunden in dieser
Einstellung.
SCHNITT
SAME LOCATION
Wir sehen einen Mann in neu aussehenden
Shorts, aber ansonsten noch unbekleidet. Es ist der Mann, den wir
bereits im Vorspann gesehen haben. Der Mann unter der Dusche. Sein
Name ist Bret.
Er ist noch immer mit seiner
Morgenhygiene beschäftigt. Wir blicken ihm jetzt über die Schulter,
und im Spiegel können wir sein Gesicht sehen. Er putzt sich gerade
die Zähne und er ist offensichtlich voll auf diese Tätigkeit
konzentriert. Irgendwie scheint dieses Putzen etwas Zwanghaftes an
sich zu haben. Er nimmt es sehr genau.
SCHNITT
DOWNTOWN-HOTEL / ZIMMER 413 / HAUPTRAUM
- INNEN / MORGEN
Bret befindet sich jetzt wieder in dem
Zimmer, in dem er im Prolog aufgewacht ist.
Die Vorhänge sind zurückgezogen.
Langsam scheint draußen der Tag in die Gänge zu kommen. Der Verkehr
nimmt zu. Die Sonne lugt nur schwach hinter einer Wolkendecke hervor.
Aus einem nur relativ spärlich
ausgestatteten Kasten holt er sich ein paar Kleidungsstücke.
Eine hellblaue Jeanshose, ein weißes
T-Shirt und ein paar graue Socken. Als er sich vollständig
angekleidet hat, tritt er kurz an seinen Schreibtisch und blickt auf
die sich dort befindliche Schreibmaschine hinab.
SUBJ. B.: Wir sehen, dass ein Blatt
Papier eingespannt ist.
Es ist völlig leer bis auf die
Überschrift:
„KAPITEL I“
Der Lauf der Dinge
Prolog
Er hatte etwas zu viel getrunken. Vom
Rauchen einmal ganz abgesehen. Jegliches Zeitgefühl hat er verloren.
Er hat keine Ahnung, ob er zwei oder vierzehn Stunden geschlafen
hatte. Er weiß nicht, ob es morgens oder abends ist. Alles was er
hatte, waren Kopfschmerzen. Nicht nur ein einfaches Stechen, sondern
ein ständig zunehmendes Pochen in seinen Schläfen.
Er dreht seinen Kopf nach rechts und
besieht sich selbst im Spiegel. Er liegt in einem zerwühlten,
unsauberen Doppelbett.
Er ist 1,83 Meter groß, hat braune
Haare, grüne Augen, ein sportliches Aussehen und einen
Dreitagesbart. Bekleidet ist er mit einer dunkelblauen Shorts und dem
weißen, schlichten T-Shirt, das er schon gestern getragen hat.
Das wenige Licht, das durch die
zugezogenen Vorhänge dringt, zeigt ihn müde mit dennoch
willensstarken und ausgeprägten Gesichtszügen.
Er stellt sich vor, wie es wäre, nicht
zu wissen, wer er ist. Das scheint gar nicht so schwer. Er würde
einfach aufwachen und sein ganzes bisheriges Leben vergessen haben.
Wieder bei Null beginnen.
Langsam und schwerfällig richtet er
sich im Bett auf. Das Pochen in seinem Kopf wird stärker. Er kneift
die Augen zusammen und schiebt sich die Hände vors Gesicht. Einige
Sekunden verharrt er in völliger Stille. Er lauscht.
Schwaches Stimmengewirr aus dem
Nebenzimmer, entfernter Motorenlärm, aufdringliche Musik aus dem
Innenhof und … der Wind. Er kann sich an ein Gedicht erinnern, das
er einmal über den Wind geschrieben hat. Verdammt lang her. In einem
anderen Leben. Er kann oder will nicht mehr an diese Zeit denken.
Mit einem Ruck nimmt er die Hände vom
Gesicht und setzt sich an die Bettkante. Er atmet tief durch und
schmeckt die abgestandene Luft. Seine Kopfschmerzen werden zunehmend
schlimmer.
Vom Nachttisch nimmt er ein Päckchen
Aspirin und drückt sich vier Tabletten in die flache Hand.
Nichts da, um sie herunterzuspülen.
Als er aufstehen will, stößt er mit dem Fuß gegen eine Flasche.
Prüfend hebt er sie ans Licht. Tequilla. Keine große Marke, aber
gut genug. Er schluckt die vier Tabletten auf einmal und spült sie
mit der hellbraunen Flüssigkeit herunter.
Sein Blick fällt auf die nicht ganz
geschlossene Nachttisch-Schublade. Er fixiert sie richtiggehend.
Langsam und behäbig streckt er seine Hand danach aus. Zuerst um sie
zuzuschieben, nur um sie dann mit einem Ruck doch zu öffnen.
Die Lade ist tief und voller Schatten.
Er kann, aus seiner Position, nicht erkennen, was sich darin
befindet. Prüfend steckt er seine Hand hinein und wühlt scheinbar
wahllos herum. Plötzlich hält er inne. Er hat gefunden, wonach er
gesucht hat.
Als er seine Hand herauszieht,
umklammern seine Finger eine 45er Handfeuer-Waffe. Der Revolver ist
silbergrau und blank poliert. Das spärliche Licht reflektiert sich
auf seinem Lauf.
Prüfend hält er die Waffe in seiner
linken Hand. Schlagartig lässt er sie sinken.
Einige Minuten vergehen. Er sitzt
völlig regungslos, bis plötzlich ein Ruck durch seinen Körper
geht. Er steht auf, macht einige Schritte vorwärts und sieht zur
nicht ganz so weißen Zimmerdecke auf. Fast fragend.
Als er den Kopf senkt, hebt er
gleichzeitig die Linke in Kopfhöhe. Er richtet den Revolver auf
seine Schläfe und verschließt die Augen vor seinem Spiegelbild.
Er legt den Finger an den Abzug, nur um
dann inne zu halten.
Mit einem Seufzer lässt er die Waffe
sinken und öffnet die Augen.
Er atmet tief durch, geht zum
Nachttisch und legt die Waffe zurück.
Langsam, fast bedächtig schließt er
die Lade. Er wendet sich um und geht zum Fenster. Als er den Vorhang
beiseite schiebt, wird das Innere des Zimmers in gleißendes
Sonnenlicht getaucht. Er muss die Augen zusammenkneifen, um etwas zu
erkennen.
Die Tür zum Balkon ist nur angelehnt.
Er geht nach draußen um den Tag zu begrüßen.
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