Samstag, 19. Dezember 2015

Leseprobe: "Der Lauf der Dinge"


Der vierte Teil

 
Ein Kellner schiebt sich in sein Gesichtsfeld.

Kellner: Bitte der Herr?

Bret(mit leichtem Zögern): Einen großen Kaffee, schwarz.

K: Sehr wohl.

Als der Kellner die Sicht auf die junge Frau wieder freigibt, blickt sie ihm unverwandt in die Augen. Er ist überrascht von der Intensität ihres Blicks und obwohl er einige Sekunden lang versucht, ihm standzuhalten, wendet er sich leicht beschämt ab und starrt auf die Tischplatte vor ihm.
Er ist bei Weitem kein schüchterner Typ, aber diese Offenheit und Eindringlichkeit in ihren Augen hat ihn doch einigermaßen aus der Bahn geworfen. Als er sich wieder etwas gesammelt hat, sieht er in der Überzeugung auf, immer noch von seinem Gegenüber beäugt zu werden.
Zu seiner Überraschung ist sie verschwunden. Ihr Tisch ist leer.
Wie von der Tarantel gestochen springt er auf. Er macht ein paar Schritte auf die belebte Promenade und sieht sich hektisch um.

Aus dem OFF – K: Ihr Kaffee!

Ohne dem Kellner Beachtung zu schenken, lässt er seinen Blick durch die inzwischen dichter gewordene Menge wandern, die an ihm vorüberzieht. Erfolglos. Nach einigen Sekunden wendet er sich ab und kehrt widerstrebend zu seinem Tisch zurück.
Der Kellner sieht ihn etwas skeptisch an und präsentiert ihm sogleich die Rechnung. Den Kaffee hat er bereits auf dem Tisch abgestellt. Nebst einem Glas Wasser und einem gläsernen Zuckerstreuer.

K: Jemand den sie kannten?

B zögert. Er sieht zu wie sich der Kellner bereits einem neuen Gast zuwendet.

B(halblaut): Vielleicht … in einem anderen Leben.


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